Weingut Robert Weil 2017-05-15T09:56:11+00:00

Weingut Robert Weil

Seit vier Generationen werden auf Weingut Robert Weil Reben angebaut. Der Gründer des Weingutes, Dr. Robert Weil, kaufte 1867 die ersten Weinberge im Kiedricher Berg. Zu dieser Zeit noch als Professor für Deutsch an der Pariser Sorbonne tätig, musste er im Vorfeld des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 / 71 Frankreich letztlich doch verlassen. Er erwarb in Kiedrich das Wohnhaus des verstorbenen englischen Baronets Sir John Sutton und ließ sich in Kiedrich nieder.

Der kunstsinnige und sehr wohlhabende Sutton war 1857 bei einer seiner Kunstreisen erstmals nach Kiedrich gekommen und hatte den schon 905 urkundlich erwähnten Ort mit seinem einzigartigen Ensemble aus gotischer St. Valentinus- Kirche, zahlreichen Adelssitzen aus Mittelalter, Renaissance und Barock, der kurmainzischen Burgruine Scharfenstein und der umgebenden Landschaft aus Weinbergen und Wäldern ins Herz geschlossen. Bis zu seinem Tod 1873 ermöglichte er als Wohltäter mit erheblichen Geldmitteln den Erhalt der wertvollen St.Valentinus-Kirche und deren Tradition des liturgischen Gesangs der deutschen Gregorianik.

Neben seiner Tätigkeit als Journalist erweiterte Dr. Robert Weil ab 1875 sein Weingut mit besten Weinbergspartien in den Kiedricher Berglagen. Seine klare Philosophie eines absoluten Qualitätsweinbaus war die Voraussetzung dafür, dass sich das Weingut rasch entwickelte und bald schon seine Weine auch international vertrieben wurden. So wurden die Riesling- Auslesen aus dem Hause Dr. Robert Weil an viele Kaiser- und Königshäuser Europas als die weißen Pendants zu den großen Weinen des Bordeaux geliefert. Ein Gräfenberg-Riesling aus dem Jahrgang 1893 machte das Weingut dann in der Weinwelt bekannt. Das Wiener Hofwirtschaftsamt kaufte von der 1893er Auslese aus dem „Kiedricher Berg“ 800 Flaschen für einen Flaschenpreis von 16 Goldmark. Dies war auch in der Zeit, als die Riesling-Weine vom Rhein ohnehin die teuersten Gewächse der Weinwelt waren, ein berauschender Preis. Aber nicht nur der Adel trank um die Jahrhundertwende die Weilschen Rieslinge, sondern auch das prosperierende Bürgertum. So gab es die Auslesen aus dem Kiedricher Berg im Berliner Hotel Adlon ebenso, wie auch auf den Weinkarten anderer Grandhotels der großen Metropolen.1928 verzeichnete die Weinkarte des„LZ 127 Graf Zeppelin“ bei seiner Jungfern- fahrt nach New York eine„1920 Kiedricher Gräfenberg Trocken- beerenauslese Bestes Fass Nr. 20“ aus dem Hause Dr. Weil.

Mit Vision und unternehmerischem Wagemut war es Dr. Robert Weil geglückt, sein bürgerliches Weingut in der Reihe berühmter Rheingauer Weingüter mit langer kirch- licher oder adliger Weinbautradition zu etablieren. Heute leitet Wilhelm Weil, der Urenkel des Gründers, das Weingut in vierter Generation. Auf den 90 ha Rebfläche des Weingutes wächst zu 100 % Riesling. Der konsequente Anbau der Rebsorte Riesling sowie eine streng qualitätsorientierte Arbeit in Weinberg und Keller zielen, wie schon zur Gründung des Weingutes, auf die Erzeugung wertvollster Weine: Qualität aus der Verbindung von Tradition und Moderne. Geprägt von der Mineralität der Schieferböden der Kiedricher Berglagen zeigt sich der Weil-Riesling als eleganter, frucht- betonter Wein, den aber ebenso Komplexität und Dichte aus- zeichnen. Er ist sowohl als trockener wie auch als frucht- süßer Riesling perfekter Essensbegleiter, aber ebenso auch wunderbarer „Solist“. Im Einklang von feiner, selbstbewusster Säure, naturbelassener Restsüße und Extrakt zeigt er das Geschmacksprofil, das die Weil-Rieslinge auszeichnet. Diese Stilistik und deren Anerkennung haben dazu geführt, dass Beobachter der nationalen wie internationalen Weinwelt heute in Weingut Robert Weil mit seinem „Château-Charakter“ ein weltweites Symbol deutscher Riesling-Kultur sehen.